Erfahrungsbericht zur HW-K950 von aepi

Vorab möchte ich mich beim Hifi-Forum.de, faktor3 und Samsung für die Chance zur Teilnahme am Samsung Event in Berlin bedanken. Der Abend war gut organisiert, die Location schön und das Essen sehr gut. Zudem war es sehr interessant sich während des Essens mit den Experten austauschen zu können. Die erste Vorführung der Soundbar mit Demo-Material hatte schon Lust auf mehr gemacht und bei „Mad Max: Fury Road“ konnte man schon recht eindrucksvoll das Potenzial erleben. 

Nun aber zum eigentlichen Thema der Samsung Soundbar HWK-950. Das besondere an ihr ist die Fähigkeit, das Tonformat Dolby Atmos wiederzugeben und somit eine 5.1.4 Anlage zu sein. Doch kann das wirklich funktionieren? Kann eine Soundbar wirklich echtes Kinofeeling ins heimische Wohnzimmer bringen? Schauen wir uns dafür mal die einzelnen Komponenten an. Schon die Ausmaße der Verpackung lassen erahnen, dass es sich hierbei nicht um einen kleinen Soundriegel handelt. Allein die Größe und das Gewicht der reinen Soundbar sorgen für die erste Überraschung. Die Materialen wirken sehr hochwertig und die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Mit im Paket ist ein Subwoofer, welcher bei der Frau des Hauses schon beim puren Anblick für den ersten kleinen Atemaussetzer sorgte. Zu guter Letzt sind auch noch zwei kleine Rücklautsprecher mit dabei. Diese wirken ebenso hochwertig wie die anderen Komponenten und verbinden sich, genauso wie der Subwoofer, drahtlos per Funk mit der Soundbar. Das ist schon ein erster großer Vorteil dieses Systems, es macht nämlich die Installation so kinderleicht und es ist alles sehr schnell aufgebaut. Die hinteren Lautsprecher so wie der Subwoofer benötigen lediglich alle jeweils einen Stromanschluss. Im Paket sind auch noch Winkel zur Wandmontage der Boxen, ein HDMI Kabel und die kleine Fernbedienung.

Die Erstinstallation ist in weniger als einer Minute erledigt. Nur das HDMI Kabel in den HDMI-ARC Anschluss am Fernseher und den richtigen HDMI-Eingang an der Soundbar stecken und die entsprechenden Quellen wie Blue-Ray-Player bzw. Playstation oder XBOX in die HDMI1 oder HDMI2 Eingänge der Soundbar stecken und fertig. Beim Einschalten erkennt die Soundbar sofort die hinteren Boxen, sowie den Subwoofer und holt diese dabei automatisch aus dem Stand-by. Falls eine der Komponenten nicht am Strom sein sollte, zeigt das kleine Display auf der Vorderseite sofort welche Komponente nicht angeschlossen ist. Der Fernseher schaltet auch automatisch die Tonausgabe von den internen Lautsprechern auf die Soundbar und die Regelung der Lautstärke funktioniert ganz normal über die TV Fernbedienung bzw. natürlich auch über die kleine Fernbedienung der Soundbar. Die HWK-950 lässt sich jedoch nicht nur per Kabel mit dem TV verbinden, sondern auch drahtlos mit dem Smartphone oder Tablet. Somit kann man die Soundbar auch als Musiksystem nutzen und über die entsprechende Samsung App seine Lieblingsmusik im Streaming oder per Internetradio hören. Die Bedienung ist sehr einfach und intuitiv und der Sound im Musikbetrieb reicht für meine Bedürfnisse vollkommen aus. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf den Klang bei Musikzuspielung eingehen, denn die wahre Stärke des Systems liegt in einem anderen Bereich.

Im normalen Fernsehbetrieb hat man die Wahl zwischen verschiedenen Modi beim Klang. Es gibt dort Standard, Musik, Sport, Clear Voice, Night. Man kann aber auch einen virtuellen Surround Sound erzeugen lassen. Dieser gefällt mir persönlich im Alltag am besten. Den Bass und die Höhen kann man auch extra regeln und nach seinen Bedürfnissen einstellen. Für den Subwoofer gibt es eine extra Taste auf der Fernbedienung. Damit lässt sich dieser je nach Raumgröße und Positionierung optimal an die Bedürfnisse anpassen. In kleinen Räumen sollte man den Subwoofer nach meinen Erfahrungen lieber etwas zurücknehmen, es sei denn man möchte die Nachbarn bzw. den Partner aus dem Bett holen. Bei Zuspielung von Dolby Atmos Material ist die Performance des Systems nämlich überraschend stark für die Kompaktheit des Systems.

Da sind wir auch schon beim Hauptkriterium meines Tests, nämlich dem Sound. Hier möchte ich unterscheiden zwischen normalem Fernsehen mit Stereosignal und der Zuspielung von Dolby Atmos Material. Wenn die Soundbar nur Stereomaterial eingespielt bekommt, kann sie wie schon erwähnt einen virtuellen Surround Klang erzeugen. Dieser klingt wirklich gut, schön voll und nicht so blechern wie bei manch anderen Soundbars. Im Alltagsbetrieb mit TV Zuspielung kann sich die HWK-950 aber in meinen Augen nicht von der Konkurrenz im ähnlichen Preissegment absetzen. Richtig interessant wird es erst bei der Zuspielung von Dolby Atmos Material über einen entsprechenden Blu-Ray-Player oder eine Spielekonsole bzw. dem Streaming via Maxdome. Sobald die Soundbar Dolby Atmos Ton empfängt, signalisiert sie das durch eine kleine blaue Lampe an der vorderen rechten Seite und es steht auch kurz im Display. Jetzt kann man das volle Potenzial der Soundbar erleben. Ein kurzer Lautsprecher Test (z.B.: über Maxdome) zeigt ob alle Lautsprecher richtig angesprochen werden und ob man wirklich Ton „von oben“ wahrnehmen kann. Die Deckenhöhen in meinen Tests lagen so im Standardbereich von ca. 2,50m und das hat ausgesprochen gut funktioniert. Als guter Test eignet sich eine Dolby Atmos Demo Blu-Ray mit dem Helikopterbeispiel. Man hat wirklich das Gefühl, dass der Hubschrauber sich über dem eigenen Kopf befindet und darüber hinweg fliegt. Auch die anderen Demofilme bringen das Potenzial des Systems zum Vorschein. Doch wie sieht das ganze jetzt in der Praxis. also bei der Filmwiedergabe mit Dolby Atmos Ton aus? Ich habe mir zu diesem Zweck die Filme „Mad Max: Fury Road“, „Batman v Superman: Dawn of Justice“, „Suicide Squad“, „Transformers: Ära des Untergangs“ und „Attention – A Life in Extremes“ angeschaut (bei Transformers und Suicide Squad die Englische Tonspur, da nur diese den Atmos Ton hat). Ich war vom ersten Ton an beeindruckt und hatte das Gefühl wirklich mitten drin zu sein. Die Effekte sind eindeutig auch von oben wahrnehmbar und ergeben ein homogenes Klangbild. Der Sound ist erstaunlich voluminös und bei geschlossenen Augen hat man das Gefühl, umringt von einer riesigen Anlage und Deckenlautsprechern zu sitzen. Was mich abgesehen vom Deckenton sehr beindruckt hat, war die klare Sprachwiedergabe bei den Filmen. Selbst bei Szenen mit viel Aktion, Effekten und Hintergrundmusik war die Sprache deutlich zu verstehen. Ich bin ich es eigentlich gewohnt hin und wieder lauter und leiser regeln zu müssen, um die Sprache besser verstehen zu können und bei Atkionszenen nicht das ganze Haus zu wecken. Mit der Samsung HWK-950 entfällt das komplett. Einmal die passende Lautstärke gewählt, muss man den ganzen Film lang nichts mehr verstellen. Für solch ein kompaktes System ist der Sound wirklich beeindruckend und macht den Gang ins nächstgelegene Kino praktisch überflüssig (es sei denn, es ist eines der wenigen Dolby Atmos Kinos).

Wie fällt nun also mein Gesamtergebnis aus? Sollte man sich die Samsung HWK-950 Soundbar kaufen, eine Soundbar der Konkurrenz erwerben oder sich doch lieber eine große Anlage mit Standlautsprechern und AV-Receiver zulegen? Meine Antwort auf die Frage lautet: „Es kommt darauf an“. Zum einen natürlich auf das Budget, denn die HWK-950 hat eine UVP von 1499€. Die Raumgröße und die Deckenhöhe spielen ebenso eine Rolle bei der Entscheidung, wie die persönliche Ästhetik bzw. die des Partners (Frauen sollen ja hin und wieder etwas gegen Große Standboxen haben). Zu guter Letzt spielt natürlich das eigene Gehör und das Bedürfnis nach Ton von oben eine wichtige Rolle. Wer kleine bis mittelgroße Räume mit normal hohen Decken mit „3D-Sound“ beschallen will, gerne Filme (mit Dolby Atmos Tonspur) schaut und ein kompaktes System mit tollem Sound sucht, der ist meiner Meinung nach sehr gut beraten mit der Samsung HWK-950. Natürlich kann die Soundbar nicht mit einem perfekt eingerichtetem 5.1.4 System bestehend aus großen Standlautsprechern, einem Center, den passenden Rear-Speakern, einem großen Subwoofer und Deckenlautsprechern mithalten. Diese brauchen aber zusätzlich auch noch einen AV-Receiver mit gutem Einmesssystem und dann ist man schnell in anderen Preisregionen. Das wäre dann auch der berühmte Vergleich von den Äpfeln und Birnen. Ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen in naher Zukunft die HWK-950 zu kaufen.