GX350 – DALI OBERON 3

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Heute sind die DALI OBERON 3 angekommen. Wie bei DALI üblich findet man die Lautsprecher in einer Stoffhaube verpackt im Karton und durch Styropordeckel gegen Stürze gesichert.

Erster Eindruck:

Hochwertig verarbeitet, keine harten Ecken oder Kanten an der weißen, matt lackierten Frontplatte wie zuvor auch bei den Zensors. Die Folie ist sauber verklebt und erfüllt die Anforderung des Kunden in allen Disziplinen. Die auffällig markanten, metallumrahmten Hochtöner, wie auch schon zuvor in den anderen DALI-Produkten, sorgen für einen ersten guten Eindruck. Dazu wieder passende mit Fasern durchsetzte, 18cm breite Tieftöner.

Die goldenen Kabelanschlüsse werden, wie aus der Vorserie gewohnt, als Schraubverschlüsse und gleichzeitig als Steckanschlüsse für „Bananenstecker“ angeboten. Bi Amp ist nicht vorgesehen.

Die Zensor 1 lassen sich in der Regel bequem mit einer Hand mal eben hinstellen. Die 6,3kg schweren OBERON 3 brauchen eine zweite Hand, um sicher im Raum getragen zu werden.

Die Frontblenden sind aus einem etwas kräftigeren Stoff im Vergleich zum üblichen Akustikstoff. Das Muster ist angelehnt an dem Modetrend der Couchindustrie der letzten Jahre.

Bei der Frontabdeckung hat man auf einen mit Wabenstruktur durchsetzen Rahmen gesetzt und wird als Stecksystem angeboten. Hier ist zu erwähnen, dass man in bei der OBERON Serie auf Metallstifte setzt. Bei den Zensor 1 waren es noch Plastikstecker die schnell brechen können.

Die Aufnahme der Abdeckung an der weißen Frontplatte der Lautsprecher erfolgt durch schwarze gummiartige Kunststoffbuchsen.

 

Zum Klang

Testaufbau 1: Stereo Direct Mode

Als Basis steht ein Denon X4400H zur Verfügung. Die Lautsprecher stehen fast 260 cm weit auseinander. Die Entfernung zum Sweetspot beträgt jeweils 310 cm. Somit ist ein Winkel nach Augenmaß von ca. 50° gegeben. Der Abstand zur Wand beträgt ca. 12 cm. Als Quelle dient eine Xbox mit Tiesto „Elements of Live“ als Auro 3D Version und eine klassische CD von Ärzten: Jazz ist anders.
Aufstellung der Lautsprecher ganz dem DALI Motto: Parallel zur Wand.
Titel: Sweet Things.

Was sofort auffällt: Ein ungewöhnlich räumlicher Klang. Die Bühne baut sich nicht nur vorne auf, sondern ansatzweise größer / freier nach rechts und links. Eine Überprüfung der Einstellung der BD ergab, dass 2.0 Stereo von der BD ausgegeben wird. Die Einstellungen am Denon zeigten ein reines Stereo Eingangssignal und der Direct Mode war eingeschaltet. Zur Sicherheit wurde noch einmal mit den Zensors 1 getestet. Tatsächlich. Es gab diverse Tonobjekte, die losgelöster im Raum wiedergegeben wurden. Gleichzeitig kam es bei den OBERON zu bemerkenswerten Raumklangunterschieden wenn man mit dem Kopf etwas nach vorn oder hinten ging. Das gab es bei den Zensors nicht. Bei der Lösungssuche wurden die Lautsprecher nach vorne gezogen. Einen hörbaren Klagunterschied mit dem größeren Wandabstand gab es nicht, wurde aber auch nicht besser. Die Lautsprecher wurden um gut 40 cm zusammengeschoben. Das war eher schlechter vom Bühnenbau und klang nicht mehr so frei.

Die Lautsprecher wurden geringfügig eingedreht Richtung Sweetspot (jeweils ca. 12°): Da waren die Schwankungen bei Kopfbewegungen weg. Jetzt kann man sich am Sweetspot bewegen ohne große Unterschiede zu verspüren.

Die BD „Tiesto – Elements of Life“ lief 3x Mal durch. Nun sollten die Lautsprecher ein wenig eingespielt sein, sofern das notwendig ist. Beeindruckend. Klarer luftiger Klang in allen Stücken. Die Sängerin wurde gut mittig platziert und der Rest schön verteilt. Basstechnisch legen die OBERON 3 noch mal eine Schippe drauf im Vergleich zu den Zensors. So richtig Spaß machen die OBERON im Direktmodus, wenn man die Zimmerlautstärke verlässt. Hier entfaltet sich so richtig der Tieftöner und lässt kraftvolle Bässe durch die Membranen erzeugen.

Mal etwas andere Musik… Die Ärzte nutzen andere Instrumente… Schlagzeug, E-Gitarre usw. Wie werden die wiedergegeben?

Im Direct Mode werden die Instrumente schön klar wiedergegeben. Alle Instrumente glänzen mit ihren markanten Klangeigenschaften. Wenn man dann auf Stereo (Audyssey) geht, merkt man, dass die Klangcharakteristik schon etwas verbogen wird. Mit Atmos und Auro 3D wird der markante Klang der Instrumente weichgespült. Klar kann man die Musik auch so hören… Aber am Besten klingen die OBERON 3 ohne Soundverbesserer. Es galt auch schon bei anderen Lautsprechern, dass die Einmessung den Klang der Lautsprecher nicht besser macht.

Im Surround 5.1 Direct Modus:
Als Quelle nutzen wir hier die Lichtmond 1, da hier viel Story um einen herum erzählt und gesungen wird und die Instrumente wandern.

Da wir hier einen Mix fahren, kurz zur Aufstellung:
Front: DALI OBERON 3 bei 60Hz getrennt.
Rear: DALI Zensor 1 bei 80 Hz getrennt.
Center: DALI Zensor Vocal. 80Hz getrennt.
Sub: Mordaunt Short Alumni 9.

Die Titel laufen durch. Besonders beeindruckend ist der 2. Track Morgenrot auf der BD. Tiefe redende Männerstimmen und hell singende Frauenstimmen fordern die Lautsprecher heraus. Die elektronischen Instrumente klingen klar und raumfüllend. Die OBERON als Front werden durch die Zensor 1 als Surrounds unterstützt und harmonieren sehr gut. Das Gesamtbild klingt klasse. Der Center allerdings passt sich gar nicht an. Schon immer klang er etwas kartonartig. Aber an der Stelle zeigt sich, dass etwas nicht stimmt. Der Zensor Vocal wurde ausgetauscht gegen einen Zensor 1.

Ergebnis: deutlich besser, die Stimme des Mannes ist viel natürlicher im Center. Die Stimme bei den OBERON 3 ist minimal heller. Dennoch bleibt es harmonisch mit einem Zensor 1 als Center.

Einmessen mit Audyssey XT32:

Beim Einmessen wird klar, die OBERON 3 spielen eine andere Liga. Die Testtöne klingen kräftiger. Der Bassbereich ist ein anderer. Daher sind die 60Hz als Trennfrequenz kein Problem. DALI gibt als Frequenzgang 47 -26.000Hz an. Nach dem Einmessen führen wir einen Basstest durch. Auf Youtube nutzen wir dafür „Bass test – Feel The Bass (bass boostet). Im Direct Mode machen die Regallautsprecher richtig Druck. Nach dem Einmessen durch Audyssey wurden sie leider etwas eingebremst. Durch hin und herschalten von Large und Small im eingemessenen Modus zeigen die OBERON 3, das sie den Subwoofer mit 21 cm fast ersetzen könnten. Die 18 cm Membran von der OBERON 3 inclusive Bassreflex gibt einen powervollen Bass wieder.

Durch die Bassanpassung durch Audyssey kann man aus den DALIs als Large noch Töne unter 25Hz herausquälen. Hörtechnisch brachte das keinen Vorteil. Dafür produzierte einer der Speaker dann hörbare Nebengeräusche. Der räumliche Klang macht sich bei allen Filmen bemerkbar. Zum Bespiel „Lichtmond“ in 5.1 DTS HD Master oder „Deepwater Horizon“ in Atmos. Alles wirkt noch raumfüllender. Musikeffekte oder Impulsbässe bei Filmsequenzen klangen kraftvoller.

 

Zusammenfassung:

Die Verarbeitungsqualität der OBERON 3 in der Preisliga lässt keine Wünsche offen. In Sachen Design der Frontblende ist DALI einem mutigen Trend gefolgt und mit der passenden Einrichtung ein Highlight. Die Regallautsprecher haben einen so überzeugenden Klang, dass die OBERON 3 für einen Standlautsprecher gehalten werden können. Die Aufstellung ist aufgrund der kompakten Bauform variabel und lässt keine Wünsche offen, wenn man keine Standlautsprecher stellen kann. Selbst in Wandnähe gibt es keine unangenehmen Effekte. Beeindruckend ist der Bühnenaufbau bzw. die Räumlichkeit, die sich im Vergleich zu den Zensor 1 bildet. Das Stereodreieck sollte ausreichend groß sein um das Bühnenbild im vollen Umfang genießen zu können. In Musik und Film werden Stimmen und Instrumente klar und ohne hörbare Einschränkung wiedergegeben.

 

Fazit:

Die OBERON 3 gehören mit ihrem detailgetreuen Klang und Bühnenbau in die Referenzklasse der Regallautsprecher. Mit einem passenden Subwoofer für die Frequenzen unterhalb 50Hz sind die OBERON 3 eine klare Kaufempfehlung, denn in Sachen Musik und Film werden so alle Wünsche erfüllt.

Und verglichen zu den DALI Zensor 1 als Frontersatz?

Klanglich sind die OBERON 3 noch etwas natürlicher und die Gestaltung der Bühne ist deutlich besser. In Sachen Impulsbass bzw. kraftvollem Klang überzeugen die OBERON 3 gegenüber den Zensor 1. Man muss zugeben: Die Größe wird einer der Vorteile sein. Im Zusammenspiel mit den Zensors klingen die OBERON 3 harmonisch.

 

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