Erfahrungsbericht ApeOfTheOuterspace

beyerdynamic T1 (2nd Gen) – der Edelspaßige im Test

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Gliederung:

1.0 beyerdynamic T 1
1.1 Vorwort
1.2 Ersteindruck
1.3 Optik – Haptik – Tragekomfort – Lieferumfang:
1.4 Auszug aus den Testalben
1.5 Der Klang
1.5.1 Bass
1.5.2 Mitten
1.5.3 Höhen
1.5.4 Bühne & Auflösung
(1.5.5 Sprachverständlichkeit bei Hörbüchern)
1.6 Leistungsanforderung
1.7 Fazit

2.0 beyerdynamic A 2
2.1 Ersteindruck
2.2 Optik – Haptik – Ausstattung – Tragekomfort
2.3 Der Klang
2.4 Fazit
3.0 Gesamtfazit

Vorwort:

Vorab möchte ich mich nochmals herzlich beim HiFi-Forum, beyerdynamic und persönlich bei Friederike bedanken, die diesen Test ermöglicht haben. Andernfalls wäre ich als Student nämlich nicht ohne Weiteres an diese feinen Apparaturen gelangt – also DANKE!

Hierbei handelt es sich um mein erstes „echtes“ Hörer-Review. Deshalb bitte ich um Nachsicht, würde konstruktive Kritik aber begrüßen!

Da ich selbst einen DT 880 besitze, wird dieser im Laufe des Tests immer wieder als Vergleichsobjekt dienen. Dieser ist bekanntlich dem T 1 (1st Gen) tonal recht ähnlich. Als weitere Nutzobjekte dienten ein Audio-Technica MSR-7 und ein Shure SE425. Die Quellen waren in diesem Fall ein Denon DCD 720AE, FiiO X1 und mein Notebook bzw. der DAC-Chip vom Meier Audio Corda Aria.

Ersteindruck:

Die Verpackung ist, wie man es von beyerdynamic gewohnt ist, recht steril gehalten. Ein kleiner Klappdeckel lässt noch einen Blick auf die verschiedenen Features erhaschen. Beim Auspacken und ersten Anfassen des T 1 ist mir zunächst das deutlich höhere Gewicht im Vergleich zum DT 880 aufgefallen. Rundum fühlt er sich wertig an. Fehlstellen oder optische Mängel gibt es keine. Die Polster machten auch einen sehr guten Eindruck! Soweit ich das zu diesem Zeitpunkt beurteilen konnte, gab es also nichts zu meckern.

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Optik – Haptik – Tragekomfort – Lieferumfang:

Der T 1 kommt (beyerdynamic-typisch) optisch recht nüchtern rüber. Er ist im berühmten Industriedesign gehalten und besticht (sofern man das überhaupt so titulieren kann) hauptsächlich durch seine sachliche Nüchternheit. Protzen ist also hier Fehlanzeige. Seinem Vorgänger sieht er aufgrund der gleichen Akustikblendenstruktur und Ohrmuschelarchitektur sehr ähnlich. Gabel- und Muschelkonstruktion sind ebenfalls keine Neuerfindungen, müssen sie ja aber auch nicht sein, da sich die alten bewährt haben.
Man erkennt ohne Zweifel sofort, dass es sich um einen Hörer aus dem Hause beyerdynamic handelt, wenn man etwas in der Materie drin ist. Das feine Gewebe der Akustikblende gefällt mir optisch sehr gut, allerdings habe ich (vermutlich unbegründete) Bedenken bezüglich der Langlebigkeit bzw. der Empfindlichkeit an diesen Stellen. Das Design als Schlagwort(e) zusammengefasst, würde ich unter „schlichter Eleganz“ verbuchen.

T1 (2nd Gen)
T1 (2nd Gen)
T1 (2nd Gen)

Wie bekannt, sagen Bilder aber mehr als tausend Worte, weshalb ich meinen Bericht mit selbigen ergänzt habe. Leider bin ich kein besonders guter Fotograf :-P.

Haptisch ist er über jeden Zweifel erhaben. Eine besondere Verbesserung im Vergleich zum DT 880 ist die Rasterung der Höhenverstellung (diese wurde auch schon beim T 90 und T 1 1st Gen verwendet), da sie deutlich stabiler ausfällt und somit versehentliches Verstellen eher unwahrscheinlich ist. Auch die Polsterungen fielen mir, wie im Ersteindruck bereits angemerkt, positiv auf: Das Kopfband sowie die Ohrpolster sind mit weichem Memory Foam gefüttert und gewährleisten somit guten Tragekomfort. Kleine Anmerkung an dieser Stelle: Die Ohrmuschelgröße hat sich nicht verändert, wer also schon im Vorfeld Probleme damit hatte, wird diese vermutlich auch hier erfahren. Durch den anderen Füllstoff ist jedoch die Ohrmuscheltiefe tiefer und meiner Ansicht nach angenehmer, da die Polster etwas dicker sind und der Treiber-Ohr-Abstand somit größer ist. Was mir jedoch auffiel, war der recht unangenehme (chemische) Geruch des Kabels out of the box. Dieser verfliegt zwar nach ein paar Tagen, ist aber dennoch nicht wirklich anziehend. Weniger gefiel mir auch der Umstand, dass das Kabel hörerseitig über einen zylindrischen Vorhof mit Einrastmechanismus verfügt, welcher es verhindert, dass Kabel von Drittanbietern verwendet werden. Ungemein schade, da ich zum Beispiel am Rechner gern ein kürzeres eingesetzt hätte, weil die drei Meter zu diesem Zweck doch etwas überdimensioniert sind. Da bleibt bislang nur die Option, ein original Kabel zu kürzen.

Wie bereits angedeutet, ist der Komfort wirklich gut, nicht so gut wie bei einem HD 800, aber doch wirklich angenehm! Nichts knarzt, wackelt oder fällt negativ/unangenehm auf. Wie es um die Langlebigkeit des Verstellmechanismus zur Regulierung der Höhe bestellt ist, vermag ich in diesem kurzen Testzeitraum leider nicht zu sagen. Die Wärmeentwicklung jedoch ist unerwartet hoch. Nicht so, dass ich es als störend empfinde, allerdings höher als beim DT 880. Wie das im Sommer aussieht, müsste man wohl in einem Langzeittest ausprobieren. Das Gewicht fällt höher als beim DT 880 aus und ein Leichtgewicht ist er sicher nicht, allerdings sind Anpressdruck und Polster so gewählt, dass auch ein stundenlanges Hören kein Problem ist (ja, das habe ich ausprobiert 🙂 ).

Bevor ich nun zur Beschreibung meiner Klangeindrücke komme, möchte ich noch kurz auf den Lieferumfang zu sprechen kommen. Enthalten sind in der Verpackung nebst Hörer noch das Kabel und ein kleiner „Koffer“, um den Hörer sicher zu transportieren. Die Idee hinter dem Köfferchen finde ich wirklich gut, da er zwar nicht so hochwertig anmutet wie die Alubox, die noch beim Modell der vorherigen Generation enthalten war, den praktischen Nutzen empfinde ich allerdings als deutlich höher, da er gute Transportabilität gewährleistet und nicht unnötig dick aufträgt. Hier scheinen sich die Leute bei beyerdynamic also wirklich Gedanken gemacht zu haben!

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Kleiner Auszug aus den Testalben:

Arctic Monkeys – Whatever People say I am that's what I'm not (u.a.)
Woodkid – The Golden Age
Neil Young – Harvest
Bob Dylan – The Times they are a'changin' (u.a.)
The Smashing Pumpkins – Mellon Collie and the infinite Sadness (u.a.)
Dire Straits – Brothers in Arms
Pixies – Surfer Rosa (u.a.)
Muse – Alle Alben
Nirvana – Nevermind
Radiohead – Pablo Honey
Pink Floyd - The Dark Side of the Moon (u.a.)

Wie gesagt handelt es sich hier nur um einen Auszug der Alben, die ich im Rahmen des Testzeitraums besonders intensiv gehört habe. Natürlich habe ich noch weitere Musikstücke und Alben gehört, diese alle aufzuführen, würde aber den Rahmen sprengen. Er soll daher nur als kleiner Einblick in meine Hörgewohnheiten dienen.

Da ich den Hörer auf Basis meines persönlichen Geschmacks getestet habe, habe ich auch die Playlist diesbezüglich ausgelegt. Dies bitte ich zu berücksichtigen.

Das Wichtigste: Der Klang

Bass:

Beginnen möchte ich beim Bass. Dieser fällt im Vergleich zum DT 880 zunächst einmal stärker hinsichtlich der Betonung (quantitativ) aus. Was er allerdings qualitativ an Tiefbass liefert, sind schon unterschiedliche Welten. Die Trockenheit und vor allem (!) die Präzision des Tiefbasses ließen mich bei erstmaligem Hören mit einem breiten Grinsen im Gesicht der Musik lauschen. Vielleicht bedingt durch das NTS*, aber ich kann guten Gewissens behaupten, dass der T 1 diesbezüglich schon eine deutliche Steigerung darstellt. Auch der Mid- und Oberbass sind, was Präzision angeht, besser hinsichtlich der Schnelligkeit, Präzision und Trennschärfe. Man hat tatsächlich die Möglichkeit, die einzelnen Unterkategorien der Frequenzen voneinander zu trennen. Positiv fällt dies insbesondere bei guten Jazz- oder auch Klassikaufnahmen auf, aber auch bei den anderen Genres. Gefühlt ist der Bass noch trockener als der des DT 880. Bei Bedarf schafft es der T 1 auch, Druck zu vermitteln, ohne dabei ins Dröhnen oder Wummern zu geraten. Insgesamt eine schöne Sache!

Mitten:

Die Mitten sind, verglichen mit den anderen Frequenzen, der Bereich, an dem der DT 880 meiner Einschätzung nach dem T 1 am nächsten kommen kann. Trotz der stärkeren Betonung des T 1 kann auch der kleine Bruder hier ordentlich differenzieren und vermatscht weniger als im Bass.
Wie auch der Bassbereich sind die Mitten im Vergleich stärker betont, schaffen also eine wärmere Basis. Das Differenzieren zwischen den verschiedenen Frequenzbereichen funktioniert sehr gut und ich konnte stets ohne Anstrengung (!) die Instrumente voneinander separieren (hierauf werde ich noch mal zu sprechen kommen). Gut gefällt mir, dass hier die Mitten nicht durch eine Badewannen-Abstimmung umrahmt bzw. überdeckt werden, was mir beim T 90 nicht so gut gefiel. Gitarrenanschläge sind sauber und differenzierbar von der umgebenden Geräuschkulisse. In den Mitten spielt der T 1 direkt, präsent, aber nicht telefonig. Hier hat man IMO eine gute Balance gefunden, die dem Hörer gute Allrounderfähigkeiten verleiht.

Höhen:

Die Höhen haben mich zugegebenermaßen überrascht – nicht, weil sie verfärbt klingen, sondern einfach dem Umstand geschuldet, dass es quantitativ in Relation zum DT 880 weniger waren (als erwartet). Der beyerdynamic-peak ist zwar in Nuancen noch vorhanden und lässt sich ab und an bei Sibilanten vernehmen, dürfte aber im T 1 den Partner mit der geringsten Ausprägung gefunden haben. Ich empfinde das besonders im Vergleich zum T 90 als erfreulich, da dieser meiner Meinung nach eine ziemliche Höhenschleuder ist. Der T 1 gefällt mir diesbezüglich viel besser. Rundum gefällt auch hier, was der T 1 zu bieten hat. Wie vorab erwähnt, schafft er es auch hier wieder, mit einer schieren Unangestrengtheit Details aufzuzeigen, die ich so vorher noch nicht gehört habe. Die Höhen in Gänze betrachtet, könnten, so denke ich, auch eine Option für empfindlichere Leute bieten, die im Vorfeld vielleicht nicht mit den typischen beyerdynamic-Höhen zurecht- kamen. Hier muss allerdings angemerkt werden, dass ich ohnehin nicht übermäßig höhenempfindlich bin, im Zweifelsfall sollte man es also lieber selbst ausprobieren.

Bühne & Auflösung:

Ich bin mir nicht sicher, ob es den angewinkelten Treibern geschuldet ist, jedoch schafft es der T 1, eine erstaunlich reale Bühne darzubieten, die nicht nur in die Breite geht, sondern auch in die Tiefe. Er schafft es, eine wirklich reale Bühne zu konstruieren, bei der man nicht nur das Gefühl der „Im-Kopf-Lokalisation“ hat, sondern sich tatsächlich von der Musik umgeben fühlt, als würde sie um einen selbst im Raum schweben. Durch Crossfeed lässt sich dies meiner Meinung nach noch etwas verstärken. Das Charakteristikum der Bühnendarstellung gefällt mir besonders gut im symbiotischen Verhältnis zur Auflösung, da somit auch in orchestralen Anordnungen die Ortung erheblich profitiert. Die Trennschärfe gepaart mit Obigem erlaubt es, einzelne Instrumente realitätsnah zu verorten und ermöglicht somit dem Zuhörer eine genaue Vorstellung der Zusammensetzung der Musizierenden. Beachtlich empfand ich zudem die Leichtigkeit, mit der man beim T 1 die feinen Details heraushören kann. Während ich mich beim DT 880 bei manchen Passagen mitunter anstrengen musste, um den Überblick zu behalten, funktionierte das beim T 1 mühelos. Vermatschen konnte ich bei keiner Aufnahme feststellen und selbst schlechtere Aufnahmen (von denen ich einige habe...) verzeiht er erstaunlich gut, zeigt aber, dass es dort Verbesserungspotential gibt. Wirklich aufspielen kann er mit einer guten Aufnahme, von der ich behaupten würde, dass er davon auch profitiert, da er so seine Qualitäten in Gänze zeigen kann.

(Sprachverständlichkeit bei Hörbüchern:)

Diesen Abschnitt setze ich mal in Klammern, da er vermutlich nicht für jeden relevant ist. Ich habe es dennoch ausprobiert, damit ich dem T 1 rundum auf den Zahn fühlen konnte: Beim Hören von Hörbüchern profitiert man von dem gemilderten beyerdynamic-peak, denn Zischeln ist etwas, dass man beim entspannten Hören wirklich nicht möchte. Ich empfand die tonale Balance als angenehm. Die Stimmen klingen natürlich rund und – wenn es die Situation erforderte – war auch ausreichend Druck da, um eindrucksvolle Szenen zu untermauern. Hier gibt es meinerseits also einen „Daumen hoch“.

Leistungsanforderung/Antreibbarkeit:

Der T 1 ist recht leicht anzutreiben. Selbst mit der Onboard-Soundkarte meines Notebooks bekomme ich ihn auf ausreichend Pegel. Zu meiner Überraschung ist er auch leichter anzutreiben als mein 600 Ohm DT 880. Sonderlich große Anforderungen an einen Verstärker hat der T 1 also nicht. Der A 2 treibt ihn selbstverständlich ohne Probleme an und auch mit meinem sonstigen Equipment hatte ich keinerlei Probleme, ihn auf entsprechende Lautstärke zu bringen. Durch seine halboffene Bauweise ist er dennoch kein Hörer für den mobilen Gebrauch, aber das sollte, so denke ich, klar sein.

Fazit:

Der T 1 ist in meinen Augen sehr gelungen. Wenn ich ihn einordnen müsste, würde er von mir den Stempel „edelspaßig“ verpasst bekommen, da er die leichte Wärme einerseits mit sehr guter Auflösung und Präzision verknüpft. Haptisch gibt es – bis auf die Kabel/den Anschluss – nichts zu meckern. In conclusio macht er in allen Teilbereichen recht deutliche Fortschritte im Vergleich zum DT 880, lässt sich dies aber natürlich auch teuer bezahlen. Wenn der Geldbeutel es zulässt, würde ich zum T 1 raten, wenn man allerdings (so wie ich als Student) budgetiert ist, ist der DT 880 sicherlich die rational sinnvollere Investition. Es ist schon erstaunlich, wie viel Musik der „Kleine“ machen kann und sicherlich auch keine schlechte Methode, um sich immer mal wieder zu erden. In Gänze betrachtet, gefällt mir das tonale und haptische Gesamtpaket des T 1 wirklich gut und vermutlich werde ich nun sparen und nur noch Wasser und Brot konsumieren, damit ich mir dann in 23 Jahren einen T 1 leisten kann/will :-).

beyerdynamic A 2 – Kraftprotz in edlem GewandErsteindruck:

Auch der Ersteindruck zum A 2 war überwiegend positiv. Überrascht war ich über die relativ große Verpackung und habe zunächst befürchtet, dass der A 2 ein ziemlicher Trümmer sei, dem war jedoch glücklicherweise nicht so. Nettes Gimmick ist der Kopfhörerständer, den ich allerdings nicht montiert habe, um nicht mutwillig Gebrauchsspuren zu verursachen. Man merkt jedoch, dass sich beyerdynamic auch hier etwas dabei gedacht hat – ähnlich dem Case des T 1 2nd Gen.

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Optik – Haptik – Ausstattung – Tragekomfort:

Optisch verbleibt auch der A 2 recht nüchtern, klassisch im Industriedesign. Sicherlich Geschmacksache – ich mag diese schlichte Eleganz jedoch. Als besonderen Prozess habe ich das Einschalten empfunden: Hierbei hat man tatsächlich das Gefühl, ein sehr hochwertiges Produkt vor sich zu haben. Die eingefasste Glasplatte auf der Oberseite mit dem beyerdynamic-Logo lässt einen Blick auf das „offene Herz“ der Gerätschaft zu, welche stilvoll mit orangefarbenen LEDs inszeniert wird. Meiner Ansicht nach ein Volltreffer und eine wirklich nette Idee! Auch hier gilt wieder: Bilder sagen mehr als tausend Worte.

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Das Lautstärke-Poti ist aus dem Vollen gefräst und fühlt sich sehr hochwertig an. Nach meinem Geschmack hat es auch einen sehr angenehmen Gang, der die Feinjustage der Lautstärke erlaubt. Die Druckknöpfe der Front sind mit farbigen LEDs beleuchtet, die den genauen Betriebszustand ablesen lassen. Der On-/Off-Schalter ist im Standbymodus rot beleuchtet, bei Betriebsbereitschaft leuchtet er grün. Die zwei Input-Selektoren sind jeweils mit einer gelben (? – hier war ich mir aufgrund meiner Farbschwäche nicht hundertprozentig sicher) ausgestattet und es wird die jeweils ausgewählte beleuchtet, sodass man erkennen kann, von welcher Quelle die Musik kommt. Zusätzlich wird das Verstellen der Lautstärke via (selbstverständlich im Lieferumfang enthaltener) Fernbedienung durch Blinken angekündigt.

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Rückseitig findet man neben zwei Cinch-Eingangspaaren auch ein Output-Pärchen, welches das Signal verstärkt durchschleift und den A 2 als Pre-Amp nutzbar macht – schöne Sache! Außerdem zu finden, sind der Anschluss für das Kaltgerätekabel und der Wechselschalter für die Spannung (110 Volt oder 230 Volt). Auf der Unterseite ist der Gain-Schalter (drei Stufen) und der Schalter für die Ausgangsimpedanz (null und hundert Ohm) beheimatet, welche im Gehäuse versenkt sind und somit nicht ohne Zuhilfenahme eines Schraubenziehers o.ä. erreichbar sind. Hier möchte ich auch meinen ersten Kritikpunkt anbringen, da ich die Positionierung denkbar ungünstig finde! Schnelles Umschalten um zum Beispiel die Ausgangsimpedanz und Verstärkung an sensible Hörer anzupassen kann man vergessen und problematisch wird es vor allem, wenn der A2 in einem Rack oder einer HiFi-Anlage „verbaut“ ist. Meiner Meinung nach wäre eine rückseitige Anordnung besser und verbraucherfreundlicher gewesen – Schade!

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Der Verstärker gibt beim Betrieb von meinen IEM's (BA-Treiber) ab der zweiten Verstärkungsstufe (null Dezibel) ein ganz leicht und in der dritten und größten Stufe (plus sechs Dezibel) ein deutlich hörbares Rauschen von sich. In der niedrigsten Stufe verbleibt er still. Praktisch sollte dies aber vernachlässigbar sein, da für IEMs ohnehin nicht die hohen Verstärkungsgrade benötigt werden und bei Büglern das Rauschen nicht hörbar ist. Sehr löblich finde ich die Schutzschaltung, die im Verstärker implementiert ist. Sie sorgt beim Quellwechsel und beim Einschalten dafür, dass es nicht zu einem Ploppen und einer eventuellen Beschädigung der Membran kommen kann. Sauber!

Der Tragekomfort ist besser als erwartet und das Balancieren auf dem Kopf fällt leichter als gedacht. Jedoch entsteht dadurch ein recht unangenehmer Druck auf den Halswirbeln, weshalb ich das auf Dauer nicht weiterempfehle – natürlich nur ein kleiner Scherz!

Der Klang:

Für viele wichtig, für mich wenig überraschend fällt die Beschreibung des Klangs aus: Der A2 verstärkt – und das sehr sauber ohne hörbare Verfälschungen bei null Ohm Ausgangsimpedanz. Ich konnte keine nennenswerten Unterschiede im Vergleich zu meinem Corda Aria und meinem FiiO E11K feststellen. Dies ändert sich jedoch, wenn man besagte Impedanz auf der Unterseite (grrr...) in die Hundert-Ohm-Stellung bringt. Diese ändert den Klang der Hörer deutlich hörbar! Logischerweise ist sie nur für den Betrieb hochohmiger Kopfhörer gedacht und verändert den Frequenzgang von Hörern unter hundert Ohm so, dass ernstzunehmendes Hören unmöglich wird. Das ist aber (logischerweise!) auch nicht Sinn der Sache – möchte ich deshalb noch mal extra betonen. Bringt man also besagten Schalter in die Hundert-Ohm-Stellung, wird hörerseitig die Veränderung des Frequenzgangs bewirkt. Er wird dadurch deutlich wärmer und bekommt im Keller (Bassbereich) einen (quantitativ) ordentlichen Aufschlag. Auch die Höhen werden dadurch verstärkt betont. Ein bisschen also wie eine Loudness-Taste. Im Zusammenspiel mit dem T 1 war es für meinen Geschmack aber etwas zu viel des Guten, beim DT 880 jedoch durchaus eine nette Abwechslung, da er dem T 1 dadurch klanglich ähnlicher wird (zumindest untenrum), man merkt aber immer noch, dass es ihm im Direktvergleich an Präzision fehlt. Ob und inwiefern einem das zusagt, probiert man aber auch hier bestenfalls selbst aus und es ist natürlich Geschmacksache.

Fazit:

Der A 2 ist ein sehr schickes Gerät. Den Preis empfinde ich allerdings als recht sportlich. Fehlende Features wie beispielsweise Crossfeed oder ein verbauter DAC fasse ich in Anbetracht dieses Preises deshalb als bedauernswert auf. Das kann auch Zuckerbrot wie u. a. die schöne Fernbedienung und das schicke Design nicht in Gänze aufwiegen.
An sich ist das Gerät aber sehr sauber verarbeitet und kann das, was es kann, wirklich gut. Wer auf besagte Zusätze verzichten kann, einen großen Geldbeutel hat und einen schicken Kopfhörerverstärker sucht, kann deshalb unbesorgt zum A 2 greifen. Selbst für sehr schwer zu betreibende Hörer (HE-6 und Konsorten) sollte er genug Reserven haben und hat nebenbei noch nette „Kleinigkeiten“ wie die wählbare Ausgangsimpedanz, die Fernbedienung oder den integrierten Kopfhörerständer zu bieten.

Gesamtfazit zum Test:

Abschließend würde ich gern noch ein Gesamtfazit ziehen. Den Test habe ich rundum genossen. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut, die „Ehre“ haben zu dürfen, ein Review von den Gerätschaften zu verfassen. An dieser Stelle noch mal meinen Dank an die Veranstalter (insbesondere Friederike!). Gern hätte ich den Hörer noch länger (für immer :D) behalten. Abschließend möchte ich auch jedem danken, der sich die Zeit genommen hat und meine Gedankensammlung gelesen hat. Vielleicht liest man sich ja wieder. Das resümierende Schlagwort bleibt also: DANKE!

*NTS: Abkürzung für das New-Toy-Syndrom. Die Schönrederei eines Gegenstandes, welcher aufgrund seiner Neuheit im Besitz des Redners Euphorie auslöst, welche das Urteilsvermögen trügt.
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