Die Highlights von der HIGH END 2019

Die Redaktion von HIFI.DE war für dich in München und hat einen bunten Korb spannender Highlights von der HIGH END 2019 mitgebracht. Welche Produkte sind uns besonders in Erinnerung geblieben?

von Luis Kümmeler, 14. Mai 2019, 17:14

Die HIGH END 2019 liegt offiziell hinter uns. Auch in diesem Jahr waren die Messehallen des MOC Veranstaltungscenters in München wieder zum Bersten gefüllt. Und zwar mit jeder Menge HiFi-Enthusiasten und natürlich Herstellern, die in der audiophilen Szene Rang und Namen haben. Von protzigen Lautsprechern über praktische Kopfhörer und stilvolle Verstärker bis hin zu güldenen Kabelstrippen war hier wirklich alles zu finden.

Welche Produkte sind uns beim Messerundgang in diesem Jahr ganz besonders in Erinnerung geblieben? Passend zu den zahlreichen Brezeln und Weißwürsten, die ebenfalls auf der Messe kredenzt wurden, geben wir unseren Senf dazu und werfen einen Blick zurück auf das vergangene Wochenende.

HIGH END 2019: Kopfhörer für alle Geschmäcker

So eine Messe ist ganz schön laut. Inmitten des Trubels ist es daher wichtig, den Umgebungslärm auch einmal auszublenden und sich auf das zu konzentrieren, was wohl die meisten HiFi-Enthusiasten verbindet: die Liebe zur Musik. Und die neuen “Edition 15 Veritas”-Kopfhörer aus dem Hause Ultrasone kamen uns da ganz gelegen. Das handgefertigte Gerät wirkte mit seinem Kirschholzgehäuse und Ohrpolstern aus Schafsleder schon rein optisch ansprechend. Die neu entwickelten Treiber und die S-LogicEX-Technologie des bayrischen Herstellers sorgte dabei für einen angenehm räumlichen Klang. Einziger Wermutstropfen: Der Edition 15 Veritas ist auf 999 Exemplare limitiert und kostet schlappe 2.999 Euro – etwas kostspielig für unsereins. Zeit also, weiterzugehen!

Ebenfalls schick, aber deutlich kleiner kamen die neuen In-Ear-Kopfhörer von Campire Audio daher. Mit knalligen Farben zog der Messestand des US-Hersteller die Blicke der Besucher wie magisch an und präsentierte zum Beispiel die neuen IO-Kopfhörer. Mit knapp 300 Euro sind die in rotem Aluminium gehaltenen “Ohrknöpfe” deutlich erschwinglicher, als vergleichbare Modelle. Sicher, Abstriche sind dabei zu erwarten: Wartet das Andromeda-Modell desselben Herstellers etwa mit fünf Treibern auf, bringt der IO nur zwei mit – einen großen Tieftöner und einen kleinen Hochtöner. Akustisch sollen die mit Goldschrauben versehenen Kopfhörer trotzdem überzeugen, wenn auch nicht in der Oberliga mitspielen.

Lautsprecher von prunkvoll bis dezent

Apropos Oberliga, Zeit für etwas Kontrastprogramm: Ganze 33 Chassis – ein Dutzend Hochtöner, 16 Mitteltöner, vier Tieftöner und einen Subwoofer – hat Harman in seinem neuen SL-1-Lautsprechersystem verbaut. Ein Paar dieser futuristischen, sanduhrförmigen Säulen bringen es auf die doppelte Treiberzahl – und dabei einen saftigen Preis von rund 43.000 Euro (inklusive Controller Lexicon SLC-1). Dafür will der Hersteller aber auch einiges bieten, darunter raumfüllenden, durch automatische Equalizer-Einstellungen aufgewerteten 360-Grad-Ton inklusive Dolby Digital und DTS Digital Surround. Die Unterstützung hochauflösender Dateiformate wie PCM, AAC, FLAC, MP3 und WMA sowie kabelloser Betrieb über Bluetooth oder Wi-Fi versprechen dabei eine Menge Flexibilität.

Nicht jeder Anwender möchte jedoch klobige Musiksäulen im Wohnzimmer stehen haben – und hier kam auch in diesem Jahr Concrete Audio ins Spiel. Der Hersteller aus deutschen Landen hat die HIGH END 2019 genutzt, um seine bereits vor einigen Jahren erschienenen Wandlautsprecher zur Schau zu stellen. Das F1-Modell versammelt gleich 41 elektrodynamische Miniaturlautsprecher auf einer Betonplatte, die sich wie ein Gemälde an die heimische Wand hängen lässt. Und wer es dabei noch stilvoller mag, kann den Klangklotz gleich vollständig hinter individuellen Motiven verstecken. Kostenpunkt für die Grundausstattung mit zwei Lautsprechern inklusive Subwoofer: 10.200 Euro.

Ansehen: Die Highlights von der HIGH END 2019 – Teil 1

Die HIGH END bietet Lautsprecher in allen Farben und Größen – schön und gut! Doch wie versorgen wir die Membranen dieser Welt mit den nötigen Informationen? Zum Beispiel über den Mark Levinson No. 5101, der uns am Stand von Harman aufgefallen ist. Das Gerät vereint Digital-Analog-Wandler, SACD-Player und Streaming-Box unter einer Haube. Dabei bietet es die Möglichkeit, zahlreiche physische CD-Formate und Musik-Streams via WiFi oder Ethernet sowie Dateien unterschiedlicher Formate über den USB-Typ A wiederzugeben. Der Mark Levinson No. 5101 soll für einen Preis von 5.500 Dollar in den Handel kommen.

Neuheiten für den Vinyl-Connaisseur

Eine Musikquelle, die sich dieser Tage wieder wachsender Beliebtheit erfreut, ist bekanntlich der Plattenspieler. Und auch Vinyl-Enthusiasten wie wir sind auf der HIGH END 2019 daher wieder ganz auf ihre Kosten gekommen. Mit dem DG-1 Dynamic Groove hat das britische Unternehmen Vertere Acoustics etwa einen vergleichsweise erschwinglichen Plattenteller präsentiert. Dieser soll für 2.750 Pfund über die Ladentheke wandern und “Plug and play”-Mentalität ins High-End-Segment bringen. Das geht doch sicher auch noch günstiger? Mit dem Miracord 60 der Elektronikschmiede ELAC aus Kiel sind wir fündig geworden. Auch der kleine Bruder des beliebten Miracord 90 ist aus hochwertigem Aluminium und Karbon gefertigt, soll jedoch nur noch 999 Euro kosten.

Zeit, weiter ins Detail zu gehen – schließlich ist der Name HIGH END selbst im kleinsten Bauteil Programm. Unter den kleineren Edelkomponenten sind wir auf der Messe etwa auf neue Tonabnehmer der Firma Audio-Technica gestoßen. Die vierte Generation der traditionsreichen, gut 30 Jahre alten OC9-Serie des Unternehmens wartet mit fünf verschiedenen Nadeln auf. Die eingesetzte “Dual Moving Coil”-Struktur soll Audiosignale präzise in zwei Kanäle zu unterteilen und so ein sauberes Stereobild zu erzeugen. Preisspanne: 239 bis 749 Euro.

HIGH END lädt zum Träumen ein

Dass sich auch die HIGH END 2019 gemäß ihres vielversprechenden Namens eher um das hochpreisige Segment dreht, ist inzwischen klar. Trotzdem staunten wir nicht schlecht, als wir im Messefieber über die 1,68 Meter hohen, 260 Kilogramm schweren Divin Noblesse “stolperten”. Paarpreis: schlappe 195.000 Euro. Diese Klötze von Lautsprechern erinnerten uns ein wenig an jene Antriebtechnik, mit der Raumschiffe in einschlägigen Science-Fiction-Filmen zu fremden Sternen aufbrechen. Dass dieses 95 Dezibel starke “Drei Wege”-System aus dem deutschen Entwicklerhause Göbel High End ähnliches vollbringt, würde uns nicht überraschen – zumindest akustisch dürfte man sich mit solcher Technik wohl in ganz anderen Klangsphären bewegen. Übrigens: Der große Bruder des Divin Noblesse heißt Divin Majestic – und bringt ganze 450.000 Euro auf die ächzende Preiswaage.

Ansehen: Die Highlights von der HIGH END 2019 – Teil 2

Welche Produkte von der HIGH END 2019 klingen ganz besonders spannend? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren!


Weiterführende Links:

»Kopfhörer-Highlights auf der HIGH END 2019
»Digitale Highlights auf der High End 2019
»Alle Artikel und Neuigkeiten zur HIGH END 2019
»Zur Webseite der HIGH END Society

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