Digitale Highlights auf der High End 2019

Auch in diesem Jahr sollen es wieder neue Verstärker und andere Produkte des digitalen Segments auf die HIGH END schaffen. Auf welche Marken und Innovationen dürfen sich Besucher der HiFi-Messe freuen?

von Thomas Johannsen, 8. Mai 2019, 17:21

Die High End bildet in der HiFi-Welt längst keine analoge Enklave mehr. Seit die digitalen Quellen über die CD und SACD hinausgehen und Streaming-Dienste die hochauflösende Musikwiedergabe für sich entdeckten, haben längst WLAN, LAN und selbst Bluetooth in die Gerätschaften Einzug gehalten.

Viel früher als die HiFi-Konzerne konnten die Kleinserien-Hersteller und HiFi-Manufakturen auf den digitalen Trend reagieren. Sie kamen mit den ersten Geräten fürs Audio-Streaming um die Ecke, als die Großen der Branche das Streamen von Musik noch den Computer-Nerds überließen.

Die Aussteller auf der High End waren hier schon immer ganz weit vorn. Und sind es immer noch – auch wenn die anderen mittlerweile nachgezogen haben.

Ein Klassiker geht ans Netz

Verstärker mit eingebautem DAC, Streaming-Möglichkeit per USB, Netzwerk oder Bluetooth sind die Renaissance des klassischen Receivers – also des Verstärkers mit integriertem Radioteil.

Auf der aktuellen High End stellt der Lautsprecher-Spezialist Nubert mit dem nuConnect ampX seine eigene Interpretation eines modernen Digital-Receivers vor. Der ampX steht im kompakten Midi-Format da, als könne ihn kein Wässerchen trüben. Dabei ist er mit allen Wassern gewaschen: Neben den üblichen digitalen Schnittstellen inklusive Bluetooth verfügt er über einen AUX- sowie einen Phono-Eingang. Hier werden zwei Welten in einem kompakten, aber leistungsfähigen Kästchen vereint. Denn der nuConnect ampX lässt dem Kunden die Wahl zwischen MM- oder MC-Tonabnehmer – er kann schließlich beides. Neben der Fernbedienung lässt er sich zudem via App vom Smartphone oder Tablet steuern.

Einen Phono-Eingang hat der Vena 2 Play von Quad auch seit der zweiten Generation – der kann zwar nur MM, dafür ist der Vena 2 Play mit WLAN, LAN und Bluetooth ausgestattet. USB und die anderen üblichen, digitalen Eingänge verstehen sich da beinahe von selbst. Ebenso, dass zur Bluetooth-Übertragung der verlustarme AptX-Codec genutzt werden kann. Trotz seines klassischen Designs, das den Geräten von Quad schon seit gut einem halben Jahrhundert einen Wiedererkennungswert beschert, lässt sich der Vena 2 Play per Fernbedienung steuern – und in der aktuellen Ausbaustufe sogar per Smartphone mit der PlayFi App. Der Quad kommt im Midi-Format daher, verfügt aber dennoch über genug Leistung, um selbst Standlautsprecher in größeren Räumen zu befeuern. Im Zweifel gibt es noch einen Vorverstärker-Ausgang, zum Anschluss an eine potente Endstufe oder einen aktiven Subwoofer.

Streaming und mehr

Der Audia Flight CD Three S ist mit seinem geschwungenen Display auf der massiven Frontplatte ein echter Augenschmaus – wenn er das “Fliegen” nicht schon im Namen trüge, müsste man diesen noch erfinden. Die Laufwerksschublade und die Bedienelemente machen sofort klar, dass es sich hier nur um einen CD-Player handeln kann. Was man nicht sieht: Hier wurde kein schnödes, optisch veredeltes CD-Laufwerk aus der PC-Produktion eingesetzt, sondern ein eigens für die Musik-Reproduktion hergestelltes Laufwerk der Firma StreamUnlimited aus Österreich. Der Flight CD Three S behandelt die digitalen Signale von der CD derart fürsorglich, dass er als reiner CD-Player viel zu schade ist.

Das hat sich der Hersteller sicher auch gedacht und bietet daher eine Steckkarte mit fünf Digitaleingängen zum Nachrüsten an. Der USB-Eingang unterstützt 32/384 und DSD 512, damit ist der Flight CD Three S auch für die Zukunft gewappnet. Wer es noch nicht vermutet hat: Der Audia Flight CD Three S wird in Italien hergestellt und mit Aluminium-Fernbedienungen ausgeliefert.

Der TAD D1000 MK2 kann CDs und SACDs abspielen und verfügt über eine hervorragende Wandlerstufe. Damit diese, vom gelegentlichen SACD-Genuss abgesehen, ihr Dasein in dem massiven Gehäuse nicht komplett unterfordert fristen muss, haben die TAD Labs ihr eine ganze Reihe Digital-Eingänge sowie einen hochwertigen, symmetrischen XLR-Eingang für entsprechende analoge Quellen spendiert. Schaut man genauer hin, fallen zudem die als “Vol+”- und “Vol-”-Tasten ausgelegte Lautstärkeeinstellung auf. Der TAD D1000 MK2 ist ein vollwertiger, digitaler Vorverstärker, der direkt mit der Endstufe M1000 verbunden werden und dann zu einer leistungsstarken Kombi ausgebaut werden kann. Wer weder über SACDs noch über herkömmliche CDs verfügt, bekommt das Gerät als DA1000 auch ohne Laufwerk. Der D1000 MK2 wird, wie auch der DA 1000 und die passende Endstufe M1000, in Japan und komplett in Handarbeit hergestellt.

Mobiles

Astell & Kern ist immer für eine Überraschung gut. Zwar deckt man bereits jetzt die ganze Bandbreite hochwertiger, mobiler Audioplayer ab, doch schien die Zeit nun reif für einen neuen Referenz-Player. Schon das Gehäuse des SP2000 Ultima ist ein Statement und gefräst aus dem vollen Edelstahl- beziehungsweise Kupferblock, mit dem markanten, seitlich angebrachten Dreher für die Lautstärke. Das 5-Zoll HD-Display gibt dezent Auskunft über die gerade gespielten  Tracks, dahinter arbeitet Wandlertechnik vom Allerfeinsten. Der integrierte Kopfhörerverstärker treibt mit 50 Prozent mehr Leistung als sein Vorgänger (SP1000) auch kapriziöse Kopfhörer zu Höchstleistungen an. Gut, dass der interne Speicher ebenfalls verdoppelt wurde – wem das nicht reicht, der kann mit der neuen WiFi-Antenne von deutlich verbesserter Streaming-Performance profitieren. Der Astell & Kern SP2000 Ultima ist also nicht nur optisch ein echtes Schmuckstück.

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Streaming Clients

Der 6000N Play von Audiolab ist ein echtes Allroundtalent. Als Teil der kürzlich vorgestellten 6000er Serie stellt er das Bindeglied zwischen Verstärker und den unterschiedlichsten Streaming-Quellen dar. Er kann auf alle im Netzwerk zur Verfügung gestellten Quellen wie NAS-Laufwerke, PCs, Smartphones und Tablets zugreifen und die Musik wahlweise an den Verstärker oder eine Multiroom-Installation weiterreichen – und das Dank DTS PlayFi Technologie in bester Auflösung. Auf Wunsch nimmt er allerdings auch Kontakt zu Streaming-Plattformen wie Deezer, Tidal, Napster und anderen auf. Außerdem kann er auf Internetradiostationen und Podcasts zugreifen. Von welcher Quelle auch immer: Der 6000N Play liefert perfekte Klangqualität sowohl an den angeschlossenen Verstärker –vorzugsweise den 6000A aus der gleichen Serie – oder an ein vorhandenes Multiroom-System.

Keine Tasten, keine Knöpfe, kein Display – der DISCOVERY Music Server DS-S101-G von Elac steckt im edlen, gebürsteten Alu-Gehäuse im schlanken Midi-Format mit fein verspiegelter Frontplatte. Gesteuert wird der Server per Smartphone oder Tablet mit der Roon-App.

Diese kann ebenfalls genutzt werden, um Musik sowohl aus der eigenen Sammlung als auch vom Online-Streamingdienst übersichtlich darzustellen. Selbst hochauflösende Formate werden dann fein säuberlich gewandelt und wahlweise an einen Verstärker, wie den optisch besonders gut passenden DS-A101G, oder an ein Multiroom-System weitergeleitet. Analog beliefert er dank eines zweiten Cinch-Ausgangs zudem eine zweite Zone. Diese kann gerne auch von aktiven Lautsprechern gebildet werden. Für den Multiroom-Betrieb bieten sich die Elac DISCOVERY Wifi-Speaker an, die nicht nur optisch hervorragend passen.

Der X-1 ist das Flaggschiff der Streaming Clients von Lumin. Daraus macht er bei seinem Auftritt auch gar keinen Hehl – weder optisch, noch haptisch. Und auch die vier Kilo Lebendgewicht – ohne das externe Netzteil, versteht sich – sind gewiss nicht von Pappe. Die samtig glatte, zu den Seiten hin leicht abgerundete Front, wird nur von dem trapezförmigen Display unterbrochen. Hier sind nur die wichtigsten Informationen zum aktuell gespielten Titel abzulesen. Der X-1 wird ausschließlich über die von Lumin selbst programmierte App bedient. Mithilfe dieser App kann man Feintuining am X-1 bis in die Tiefen der Bits betreiben. Man kann es aber auch lassen, und sich mit der obersten Ebene der Bedienoberfläche begnügen, das Display am Gerät dunkel schalten und einfach nur genießen.

AURALiC begründet mit dem SIRIUS G2 eine neue, universelle Gerätekategorie, und zeigt, wie man vermeintlich Perfektes weiter perfektionieren kann. Denn nach Meinung der Entwickler bei AURALiC birgt selbst das digitale Audio-Signal noch Potenzial für Korrektur und Verbesserung. Der SIRIUS G2 wird an den vorhandenen DAC angeschlossen, der ausdrücklich nicht vom selben Hersteller sein muss. Der SIRIUS G2 verfügt über AES/COAX/TOSLINK und USB Eingänge sowie Ausgänge, diese können beliebig kombiniert werden. Am DAC angeschlossen nimmt der SIRIUS G2 gewissermaßen die Zügel in die Hand. Er taktet das digitale Signal neu (Re-Clocking) und beseitigt dabei direkt Störungen wie Jitter. Bei AURALiC hat man zudem herausgefunden, dass nahezu jeder DAC eine Schokoladen-Abtastrate hat, die das klanglich optimale Ergebnis hervorbringt. Der SIRIUS G2 kann das digitale Signal genau auf diesen “Sweetspot” umsetzen und stellt zusätzliche Raumkorrekturfunktionen bereit. Durch seine Upgrade-Fähigkeit ist er zudem offen für künftige Erweiterungen.

NAS als Streaming Client

Mit Qnap weht ein ganz neuer Wind durch die Hallen der High End. Zwar kennt der eine oder andere den taiwanesischen Hersteller von NAS Geräten, also Netzwerk-Speichergeräten. Dort decken die Geräte von Qnap durchaus das High-End-Segment ab. Warum also sollte man seine Kernkompetenz im Netzwerk nicht auch fürs Streaming von Audio und Video nutzen? Dabei kann das NAS gleich zwei Funktionen erfüllen: Einerseits kannst du die digitalisierte Musiksammlung von Vinyl oder CD direkt auf dem NAS speichern und so verwalten, dass du mit sämtlichen Endgeräten im Haus Zugriff auf die Musikbibliothek hast. Darüber hinaus ist es Qnap in Zusammenarbeit mit Roon gelungen, den Streamingdienst Tidal zu integrieren. Somit steht an den Endgeräten außer der eigenen Musikbibliothek auch Tidal zur Verfügung. Roon ist eine App für Android und iOS, die als Musikserver die Inhalte sämtlicher verfügbarer Musikquellen sortiert und koordiniert.

Weiterführende Links:

» Kopfhörer-Highlights auf der HIGH END 2019
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